Frauen und Sadomasochismus

Krafft-Ebing und andere frühe Forscher waren der Meinung, dass die gesamte
weibliche Sexualität masochistisch und die gesamte männliche sadistisch wäre.

Diese Vorstellung wurde später von Freud übernommen. Durch den Aufstieg der
Psychoanalyse verfestigten sich diese Vorstellungen.
Als Spengler 1974 die erste Untersuchung der sadomasochistischen Subkultur unternahm,
bemühte er sich daher auch nicht sonderlich, dort Frauen zu finden,
weil ja jeder wusste, dass es sie nicht gäbe.
Seine Arbeit war trotzdem bahnbrechend und wurde zur Grundlage für viele
weitere Studien, so dass es bis 1985 dauerte, bis es Breslow auffiel,
dass es eigentlich jede Menge sadomasochistischer Frauen gibt. 

Es gibt inzwischen keinen Mangel an Frauen, die offen zu ihren Neigungen stehen,
z.B. in der Populärpresse Sina-Aline Geißler oder schon 1982 Maria Marcus
in der Musikbranche Grace Jones und natürlich Madonna.
Feministinnen wie Pat Califia gehören seit über 20 Jahren zu den wichtigsten
Vordenkern des Sadomasochismus und haben eine zentrale
Rolle dabei gespielt, die nichtkommerzielle Subkultur
überhaupt aus der Taufe zu heben.